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Die Entwicklung des Güstrower Fußballs


Die Wurzeln des Fußballspiels liegen im 12. Jahrhundert. Aber erst 1846 verfassten Studenten der Universität Cambrigde die ersten Regeln.

Die Geschichte des Güstrower Fußballs geht bis in das 19.Jahrhundert zurück.

Am 12.Juni des Jahres 1861 wurde der Männer-Turn-Verein gegründet, aus dem weitere Vereine entstanden. So bildete sich 1888 der Radfahrerverein, 1902 der Tennis-Club, Arbeitersportverein, der Güstrower Fußball-Club und der Sportverein von 1906. Letzterer war wohl, was die betriebenen Sportarten anbelangte, der umfassendste Verein. Außer Fußball wurden im Verein Tennis, Handball, Faustball, Hockey, Leichtathletik in verschiedenen Abteilungen betrieben.                                 

Nachdem der Güstrower Sportverein von 1906 als „Güstrower Fußball-Vereinigung  von 1906“ am 21.April 1906 gegründet war, entwickelte er sich als solcher rasch. Emsiger Sportfleiß führte zu beachtlichen Ergebnissen. Der Ausbruch des 1.Weltkrieges traf den Mitgliederbestand hart, da einige Spieler sofort zu den Fahnen einberufen wurden und teilweise als Kriegsfreiwillige eintraten. Der Sportbetrieb ruhte. Während des Krieges, im Mai 1916, kam eine Vereinigung mit dem „Männer-Turn-Verein“ zustande. Im Januar 1919 wurde die Wiederaufnahme des Sportbetriebes im eigenen Verein beschlossen. Nicht von ungefähr war der Verein auch der Hauptinitiator für den Bau und Ausbau des Sportplatzes „Borwinseck“.

1926  trennte sich die Fußballabteilung vom Güstrower Sportverein von 1906 und gründete den „Güstrower Fußball-Club“. Schon nach kurzer Zeit seines Bestehens verstand es der G.F.C. seinen Namen über die Grenzen von Mecklenburg hinaus, Achtung zu verschaffen. Der Verein zählte über 300 Mitglieder, davon über 100 Aktive. In kurzer Zeit wurde die Sportplatzanlage, das heutige „Niklotstadion“  mit zwei Fußball-Nebenplätzen aus eigenen Mitteln geschaffen. Neben Fußball, als führenden Sport  wurde auch Leichtathletik betrieben. Auch der Handballsport wurde gepflegt und daneben gab es auch eine Faustballabteilung. Die 1.Herren-Fußballmannschaft war zur damaligen Zeit ein nicht zu unterschätzender Gegner und in Fachkreisen auch als „Ligatöter“ bekannt. Besonderes Augenmerk schenkte die Vereinsleitung der Nachwuchsarbeit. So verfügte man immerhin auf insgesamt neun Mannschaften, die sich im ständigen Spielbetrieb befanden. Die sehr gute Entwicklung wurde jäh durch den unsinnigen 2.Weltkrieg unterbrochen. Ein schwerer Neuanfang machte sich nach Beendigung des Krieges notwendig. Und auch hier waren die ehemaligen Mitglieder des G.F.C. aktiv. Genannt seien hier unter anderem nur Adolf Müller, Hans Vollstädt sen. Und Adolf Becker. Als aktive Fußballer „Adi“ Jenß, Robert Schwarze und Hans Köster, der später sogar als Beifahrer von Fritz Suhrbier im Motorrennsport beachtliche Erfolge erzielte.

So fanden sich 1945 die Fußballer in der Sportgruppe „Grün-Gold Güstrow “ zusammen. Bald reichte die Kapazität in der Sportgruppe „Grün-Gold“ nicht mehr aus, um den Ansturm aller Sportler aufzunehmen und so kam es dann zur Bildung zur Sportvereinigung „John Brinkman“. 

1950 wurde die BSG Einheit gegründet, die die bisherige Sportgemeinschaft ablöste, die 1945 Sportzirkel „Grün-Gold Güstrow hieß und sich noch 1949 den Namen „John Brinkmann“ gegeben hatte. Sowohl SG als auch BSG betrieben hauptsächlich Fußball. Bis zur Abschaffung der ostdeutschen Länder 1952 spielte der Güstrower Fußball in Mecklenburg eine gute Rolle und war stets in der obersten Fußball-Liga des Landes vertreten. 1952 konnte allerdings nur Platz 10 in der Landesliga erreicht werden, und damit wurde Einheit Güstrow nach der Einführung der DDR-Bezirke in der Saison 1952/53 in die Bezirksliga Schwerin eingereiht, dies war zu dieser Zeit die 3. Liga im DDR-Fußballbetrieb.
Über zwei Jahrzehnte war Einheit Güstrow ständiges Mitglied der Bezirksliga Schwerin und belegte überwiegend Plätze im oberen Drittel der Tabelle.

1972/73 gewann die Mannschaft die Bezirksmeisterschaft und qualifizierte sich damit für die zweitklassige DDR-Liga. Obwohl die Liga zu dieser Zeit mit 60 Mannschaften in fünf Staffeln kein besonderes Niveau aufwies, konnte Güstrow in der Nordstaffel A den Klassenerhalt nicht erreichen. Zwar wurden in den 22 Punktspielen sechs Siege erzielt, als Achillesferse erwies sich aber die Abwehr, die mit 47 Gegentreffern die zweitschlechteste Bilanz der Staffel zuließ. So war es auch das schlechtere Torverhältnis gegenüber der TSG Bau Rostock, das Einheit Güstrow 1974 als Drittletzter zum Abstieg verurteilte.
Dass die Mannschaft jedoch nach wie vor noch für Höhenflüge gut war, konnte sie in der Pokalsaison 1974/75 beweisen. Nacheinander schaltete sie die DDR-Ligisten Schiffahrt / Hafen Rostock und TSG Wismar jeweils mit 3:1 aus. In der 3. Runde bescherte das Los den Güstrowern den Oberligisten BFC Dynamo, dem sie dann allerdings mit 0:4 unterlagen.
Die Mannschaft zeigte auch in der Bezirksliga soviel Qualität, dass umgehend der Wiederaufstieg geschafft wurde. In den Spielzeiten 1975/76 und 1976/77 konnten sich die Mecklenburger in der DDR-Liga behaupten. In der Saison 1975/76 zählte auch der benachbarte FC Hansa Rostock zu den Punktspielgegnern. Am 5. November 1975 kam es in Güstrow zum Mecklenburg-Derby, zu dem 5000 Zuschauer in das Jahn-Stadion  kamen. Die Hausherren erreichten ein beachtliches 1:1. 1977/78 besiegelte erneut die schlechte Abwehrleistung den erneuten Abstieg. Nur drei Siege und ein Torverhältnis von 21:64 reichten nur für den vorletzten Platz.
Ab 1978 spielten die Güstrower Fußballer wieder in der drittklassigen Bezirksliga Schwerin, zunächst zwischen den Rängen 2 bis 8 pendelnd.

1988 wurde die Fußballsektion Einheit Güstrow aus wirtschaftlichen Gründen der BSG Landmaschinenbau Güstrow mit einem großen Trägerbetrieb im Rücken angegliedert und trat zukünftig unter diesem Namen an, allerdings in der Platzierung zunächst mit abnehmender Tendenz. Platz 12 in der Spielzeit 1989/90 stellte den Tiefpunkt der Entwicklung dar. Erst in der letzten Saison der Bezirksliga Schwerin in der Struktur des DDR-Fußballs kam Güstrow, jetzt als VfL Grün-Gold Güstrow, nach der schlechten Bilanz der letzten Jahre auf einen beachtlichen dritten Platz.
1991 in der Bezirksliga Schwerin wurde Platz 3 erreicht und der VfL in die neu geschaffene Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern eingegliedert. Am Ende der Saison 1991/92 musste Grün-Gold jedoch absteigen und in den folgenden Jahren versank der Verein in den Niederungen des regionalen Fußballs. Die gute Nachwuchsarbeit des VfL zahlte sich aber zunehmend aus. Die A- und B-Landesligen waren eine gute Präsentation. Mit der A-Jugend des VfL Grün-Gold Güstrow wurde neue Hoffnungen geschöpft.

1995 mit einem dritten Platz in der Landesliga gab es  für die A-Jugend die Qualifikation für die Regionalliga Nordost, die neue höchste Spielklasse im Nachwuchsbereich und trifft dort auf so renommierte Gegner wie Tennis-Borussia Berlin, Hertha Zehlendorf, Energie Cottbus, Hansa Rostock und auch den FC Neubrandenburg mit dem späteren Nationalspieler Tim Borowski. Leider war dieses Vorhaben nach einer Spielzeit zu Ende.  Das gezahlte Lehrgeld konnte in den Jahren danach aber auch positiv verwertet werden.

1997 gelang der 1.Männermannschaft der erneute Aufstieg in die Landesliga Mecklenburg-Vorpommern, damals die 6. Spielklasse in M/V. Im November 2001 erhielt die Fußballabteilung des VfL Grün-Gold Zuwachs, als sich ihr die Bezirksklasse-Mannschaft des ETSV Güstrow anschloss. Notwendig war diese Maßnahme geworden, um den Güstrower Fußball nach der damals  akut herrschenden Abstiegssituation in der Landesliga zu retten. Das gelang zum Saisonende dann auch.

In den Folgejahren .....
 


Liga-Statistik der Männermannschaft


1946–1950           Landesklasse Mecklenburg 
1950–1952           Landesliga Mecklenburg 3. Liga
1952–1973           Bezirksliga Schwerin 3./4. Liga
1973/74               DDR-Liga 2. Liga
1974/75               Bezirksliga Schwerin 3. Liga
1975–1978           DDR-Liga 2. Liga
1978–1991           Bezirksliga Schwerin 3. Liga
1991/1992           Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern 4. Liga
1992–1997           Landesliga, Bezirksliga Mecklenburg-Vorpommern 
seit 1997              Landesliga Mecklenburg-Vorpommern seit 2008 7. Liga